Vertikal – berechtigte Kritik? Mein spontaner Besuch in den Oliveira Stables in Waal

Vertikal – berechtigte Kritik? Mein spontaner Besuch in den Oliveira Stables in Waal

Vertikal! Da schnellt bei manch einem Reiter der Blutdruck auf 180, bei anderen hingegen türmen sich tausend Fragezeichen. Vertikal, da scheiden sich die Geister, da streiten sich die Reiter. In sozialen Netzwerken ist der Teufel los, sobald das V-Wort fällt.

Ich gebe zu, das hat mich neugierig gemacht. Ich las jeden Beitrag, jede Schmähung zu der vertikalen Reitweise, sah mir die kurzen Videos der Oliveira Stables an und forderte bei Kosmos ein Rezensionsexemplar von “Vertikal 1” an. Ich schüttelte häufig den Kopf, über die Reiterwelt, aber auch über so einige Videos. Aber das reichte mir nicht. Facebook ist nicht die Realität, ich wollte mir das mal live und in Farbe ansehen. Denn Momentaufnahmen spiegeln nicht die Realität wider. Und als guter Journalist gehst du der Sache auf den Grund.

“Entschuldigung, ich habe mich im Jahr geirrt!”

Irritierte Blicke. Zu Recht. Meine Bildredakteurin und ich stehen vor den Toren der Oliveira Stables in Erwartung der feierlichen Feira, einer kleinen Pferdemesse mit Vorträgen und Showeinlagen. Extra hatte ich Karten gekauft, um inkognito hinter die Kulissen zu spähen. Leider hatte keiner von uns auf das Jahr gesehen. Da stand nämlich: 7.7.2021.

Ja, genauso haben die dort auch geguckt. Wir sind vermutlich der Running Gag von ganz Waal. Waal ist übrigens ein hübsches beschauliches Dorf mit viel Kunsthandwerk und einem idyllischen Bach in der Ortsmitte. Ist wie Kurzurlaub, nur 40 Minuten von mir entfernt.

Wir stehen an der Reithalle und sehen dem Spektakel zu: Eine Schülerin wird gerade unterrichtet, zwei weitere Pferde erhalten eine Beritteinheit. Wir wollen nicht stören und warten das Ende der Reitstunde ab. Ein Schimmel absolviert seine Lektionen mit einer gewissen Leichtigkeit, Pferd und Reiterin harmonieren und sind sehr konzentriert. Soweit, so gut. Ein Brauner (ein Quarter Horse, erfahren wir später) wird von einem jungen Mann geritten. Wir sind etwas irritiert, da das Pferd nicht den “normalen” Ausbildungskriterien entspricht. Der Kopf weit oben, während der junge Mann konzentriert hinab starrt. Ein Punkt, den wir erfragen wollen.

Unerwartetes Willkommen & Nachfragen erwünscht

Aber erst werden uns die Zügel von Wallach “Eclipse” in die Hand gedrückt, um die Hufe zu säubern. Freundlich fragt uns Christina Wunderlich, Leitung der Oliveira Stables, warum wir hier sind und bietet uns an, in der Reithalle Platz zu nehmen: Wir dürfen bei der Morgenarbeit zusehen und sollen bitte Fragen stellen, wenn etwas unklar ist. Das machen wir.

In der Reithalle geht es ruhig und entspannt zu, im Wechsel sind ein bis drei Personen in der Reithalle und arbeiten mit den Pferden. Christina reitet an diesem Vormittag mehrere Pferde. Was wir bei ihr sehen, gefällt uns: Die Tierärztin reitet mit ruhiger Hand, die Zügel halten lose Kontakt zum Maul. Jedes Pferd läuft zufrieden und sehr konzentriert. Sie erklärt uns die Besonderheiten der Tiere und macht zu Fuß vor, wie Übungen auf die Gelenke wirken.

Zwischen den Lektionen dürfen sich die Pferde am langen Zügel strecken und entspannen. Ist die Arbeitseinheit beendet, steigen die Reiter hier zur Belohnung ab. Alle Pferde, die wir an diesem Vormittag gesehen haben, waren unglaublich entspannt und zufrieden nach ihrer Arbeitseinheit. Das braune Muskelpaket, das Quarter Horse, darf den Kopf aufgrund eines medizinischen Befunds in Selbsthaltung tragen, er kam unreitbar in die Oliveira Stables. Das Pferd zeigt keine Anzeichen von Schmerz und ist inzwischen so gut bemuskelt, dass es Reiter tragen kann.

Entspannte Pferde, entspannte Reiter

Ein Wallach, halb Trakehner, halb Hannoveraner, gefällt uns besonders gut. Als es anstrengend wird, knirscht er mit den Zähnen und schlägt mit dem Schweif. Tatsächlich knirschte er früher wesentlich schlimmer (schon als der Reiter in den Sattel stieg). Das kann ich natürlich nicht prüfen, aber mir reicht der Gesamteindruck des Reiterpaares: Christina reitet ihn mit feiner Hand, als er sich verkriechen will, holt sie ihn sanft in die korrekte Arbeitshaltung. Die Pferdebeine arbeiten fleißig, die Ohren sind gespitzt und hören auf die Reiterin. Das Schweifschlagen ist in diesem Fall Zeichen der Konzentration. Alles ist entspannt, alles harmonisch, alles im Takt.

Wusstest du… 

Zähneknirschen bei Pferden ist ähnlich wie das Weben oder Koppen:

Einmal angewöhnt, legen die meisten Pferde diese Gewohnheit nicht mehr ab. Auch nicht beim Wechsel der Haltung oder der Reitweise. 

Warmreiten am langen Zügel fällt aus – Im Zeichen der Langsamkeit

Uns fällt auf, dass die Reiter hier sofort aufs Pferd steigen und losreiten: Kein herumbummeln am langen Zügel, sondern gleich in die Arbeitshaltung und Seitengänge geritten: Warum ist das hier so?

Ziel der vertikalen Reitweise ist es, die Pferde auf die Hinterhand zu setzen und bis zur hohen Lektion auszubilden. Das Bummeln am langen Zügel verführt die Pferde dazu, auf der Vorhand zu schlurfen. So weit, so logisch. Aber Seitengänge? Sollten die Gelenke denn nicht gut geschmiert werden?

Alles eine Frage der Tempi: Auf dem Pferd und am Boden demonstriert Christina den Unterschied des Seitengangs in langsamen und “Arbeitstempo”. In der Langsamkeit “federt” das Gelenk nach, ich denke da spontan an meine Yogaübungen: In der Ruhe liegt die Kraft. In normalen Tempo ist die Beweglichkeit der Gelenke eingeschränkter; nichts federt – würde man hier nicht klassisch warmreiten, führt dies langfristig zu Schäden. Die Argumentation klingt gut. Zu gut?

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Vertikal – schwarz, weiß oder Grauton? Manuel orientiert sich an der alten klassischen Reiterei. Bild: Traber & ich beim Turnier. Gesamtsieg.

 

Sind die Pferde im Schritt warmgeritten, werden abwechselnd Seitengänge und Bahnfiguren auf beiden Händen im Trab und Galopp geritten. Jedes Pferd erhält – je nach Ausbildungsstand – sein individuelles Programm. Wir notieren uns Fragen und dürfen spontan mit zum Mittagessen gehen. Schnell wird noch das Tagesessen für uns organisiert. Christina schnappt sich das Fahrrad mit Kind und Hund, eine Ausbilderin und eine Praktikantin schließen sich uns an.

Bodenständig – Oliveira Stables ganz anders als erwartet

Am Mittagstisch erfahren wir, dass bisher kein Traber in den Oliveira Stables gewesen ist. Schade, das hätte mich ja brennend interessiert. So kommt wohl der Trakehner meiner Kollegin bald in den Genuss, denn mein Traberstütchen ist bereits verstorben. Wie ist das denn mit Gangpferden? Jawohl, Martina – sie sitzt mir gegenüber – besitzt einige Islandpferde und reitet sie nach der vertikalen Reitlehre. Schade, dass die Zeit nicht reicht und ich mir das nicht ansehen kann. Dafür fragen wir Christina und Martina Löcher in den Bauch:

Die Pferde kommen bis auf Ausnahmen täglich auf die Weide. Gelegentlich wird Stangenarbeit, aber keine Cavaletti, eingebaut. Auf der Haus-Rennbahn (!) dürfen die Pferde auch mal Gas geben. Stuten stehen in einem separaten Stall, Hengste und Wallache auch. Stierkampfpferde sind wohl ausschließlich Lusitanos, Manuel besitzt eine eigene Zucht in Portugal. 

3 Hearts – eine Veranstaltung inspiriert vom Stierkampf

Zurück im Stall, dürfen wir der Veranstaltung “Three Hearts” beiwohnen. Regelmäßig treffen sich Reitschüler hier zum Stelldichein, besprechen Fortschritte und üben anschließend zu Pferd Elemente aus dem Stierkampf – mit Stier auf Rädern. Ziel der Sache ist, den Kopf frei zu bekommen und sich voll auf das Pferd im Jetzt zu konzentrieren. Außerdem ist das ganze eine nette Abwechslung zur herkömmlichen Arbeit.

Wir sehen Reitschüler unterschiedlichen Ausbildungsgrades, Schulpferde und Privatpferde. Der Kurs wird von Manuel abgehalten, Christinas Mutter, Isabella Sonntag, übersetzt und führt durch die Gespräche.

Insgesamt unterscheidet sich der Nachmittag deutlich vom entspannten und harmonischen Vormittag. Da hier Reitschüler auf Schulpferden sitzen (die nicht abgestumpft sind), gibt es auch viele unharmonische Momente. Das ist in jedem Schulbetrieb der Fall. Isabella Sonntag erklärte uns, dass wohl dieser eine Hengst vorher nicht ablongiert wurde, als eine Schülerin verzweifelt versuchte, das rennende Pferd unter Kontrolle zu halten. Sporen und Kandare machten das Szenario nicht besser. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten klappte aber auch hier die Hauptübung mit dem “Stier”. Uns wurde versichert, dass Anfänger nicht auf Kandare reiten – jeder Schüler wird da abgeholt, wo er steht.

Facebook & Co.: Ungeschickte Marketingstrategie

Frau Sonntag zeigte uns in einer Pause die Reitanlage und stellte uns jedes Pferd persönlich vor. Sie betonte, dass die Pferde den Menschen zugewandt sind und gut bemuskelt. Während der Veranstaltung verstehe ich, warum die Diskussion um die Oliveira Stables so eskaliert. Isabella Sonntag ist eine sehr resolute Frau, der das Wohl der Tiere am Herzen liegt. Für sie zählt nur die vertikale Reitweise, Kompromisse gibt es nicht. Sie stellt uns einige Pferde vor, die als unreitbar in die Ställe kamen. Sicherlich gibt der Erfolg bei diesen Pferden der Ausbildung Recht, allerdings ist Diplomatie nicht eine der größten Stärken der Besitzerin des Wu-Wei-Verlages.

Videos, Ausschnitte aus Sequenzen, teils mit Pferden in Beritt, wirken ohne Kontext höchst befremdlich. Auf Kritik wird großteils harsch reagiert, Erklärungen fallen mau aus in den sozialen Medien. Frau Sonntag vertritt Manuel Jorge de Oliveira in der Öffentlichkeit, so wird teils ein sehr strenges Bild der Oliveira Stables vermittelt.

Sicherlich trägt der Ton auf Facebook und Co. dazu bei, dass sich die Fronten so verhärtet haben. Die Gegenseite teilt nämlich auch kräftig aus – unter der Gürtellinie. Auch Auszubildende gibt es in Waal nicht mehr, da diese von Prüfern und Mitreitern gemobbt wurden.

Manuel selbst ist ein sehr entspannter Mann. Er lässt durchaus Meinungen gelten, denen Isabella Sonntag widersprechen würde (so geschehen bei den Three Hearts). Er ist bodenständig und unterhält sich gerne mit seinen Schülern, gibt ihnen Tipps und Ratschläge. Irgendwo habe ich gelesen, dass die Fronten zwischen ihm und Anja Beran verhärtet sein sollen – dagegen spricht, dass er Frau Beran positiv erwähnt hatte.

Fazit Besuch in den Oliveira Stables

Wir waren positiv überrascht, nachdem was wir auf Facebook und Co. gesehen und gehört hatten. Der freundliche Empfang hat uns genauso beeindruckt wie die Ruhe und Konzentration im ganzen Stall. Das Prinzip, dass jeder Mensch und jedes Pferd gleich zu behandeln ist, wird hier vorgelebt (dieser Eindruck ist natürlich subjektiv, wir waren nur einige Stunden vor Ort). Christina ist eine sehr gute Reiterin, die sehr sanft und harmonisch im Sattel sitzt. Der Umgangston untereinander ist freundlich, Disziplin allerdings allgegenwärtig. Ich kenne das noch gut aus den Reitanfängen in den 80ern, auf jüngere Reiter mag das befremdlich wirken. Isabella Sonntag, Eigentümerin des Wu-Wei-Verlages und Geschäftspartnerin von Manuel Jorge de Oliveira, wirkt resoluter und kompromisslos. Aber auch von ihr wurden wir herzlich empfangen und eingeladen, die Stallungen anzusehen. Fragen sind hier willkommen. Kritische Fragen – wir hatten den deutlichen Unterhals eines PREs im Visier – wurden von ihr nur unzureichend beantwortet. Wir sind hier der Meinung, dass die vertikale Reitweise – die alte klassische Reitweise – nur funktioniert, wenn der Reiter diese auch umsetzen kann: Da hat der PRE eben den Unterhals bei seiner Reiterin, und wenn der Profi auf dem Pferd sitzt, ist davon nichts mehr zu sehen. Das ist nicht nur bei “Vertikal” der Fall, sondern überall.

Die Aufregung und auch die anmaßende Hetzjagd auf diesen Stall ist stark übertrieben. In den sozialen Medien entstand ein Bild, das nicht der Wirklichkeit entspricht. Und ich bin ein durchaus kritischer Mensch mit jahrelanger Erfahrung verschiedener Reitweisen. Ich maße mir an, ein wenig Urteilsvermögen zu besitzen.

Böse Zungen sprechen von der “Sekte OS”. Davon war nichts zu merken. Einzig das unglückliche Marketing über die sozialen Medien, gepaart mit wenig Duldung an Kritik und der absoluten Kompromisslosigkeit Isabella Sonntags kann ein Indikator dafür sein, wie es zu diesem Affentanz “OS – gut oder böse” gekommen ist. Wer sich die Mühe macht und hinter die Kulissen schaut, findet engagierte Reiter, eine Frau, die Pferde und ihren Mentor liebt und nichts darauf kommen lassen will. Das ist durchaus menschlich.

Meine Kollegin wird das Prinzip “Vertikal” testen. Mit Schulpferd und mit dem eigenen Pferd.

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Reiten ist wie Wissenschaft; es ist alles im Fluss – und kann sich ändern. Was heute noch gut ist, ist morgen schon überholt. Bild: Traber auf Lehrgang bei einem Bereiter der Wiener Hofreitschule.

Das Buch: Vertikal 1 von Manuel Jorge de Oliveira

De Oliveira orientiert sich an der klassischen Reitweise, an den ursprünglichen Richtlinien der FN. Ziel ist hier die Aufrichtung des Pferdes mit dem Genick als höchsten Punkt (soweit anatomisch machbar). Vertikal meint letztlich nur eines – die Hohe Schule. Sind hier Fans der Wiener Hofreitschule? Die vertikale Balance sollte das Ziel aller Reiter sein, heißt es im Buch “Vertikal 1”. Die Buchreihe widmet sich der alten Reitkunst, die heutzutage immer weiter in Vergessenheit geriet und befasst sich zudem intensiv mit dem Individuum Pferd: Wie reite ich ein überbautes Pferd? Worauf muss ich beim Exterieur achten, um die Stärken des Pferdes zu fordern? Was sagt die Mimik des Pferdes aus?

Lesestoff zum Weiterbilden

Ein Kritikpunkt des Buches, den viele Leser bemängeln, ist sicher der folgende Absatz: “(…) sondern geht mit einer positiven Energie in die Box zurück und wird auch am nächsten Tag nicht müde sein. Geht es allerdings zurück in seine Offenstallherde, wird es die Energie in der Auseinandersetzung mit den anderen Pferden verlieren und am nächsten Tag die Halle wieder wenig arbeitsfreudig betreten. Dagegen ein Pferd, das in der Box gehalten wird und ggf. dosiert auf die Koppel gehen kann, wird sich darüber freuen, dass der Reiter kommt (…)”

Es fließt natürlich auch ein, dass das nur unter idealen Voraussetzungen klappt; Freizeitreiter, die ihr Pferd beispielsweise nur zweimal die Woche dressurmäßig arbeiten, sollten die Offenstallhaltung bevorzugen. Über diese Textpassage und Meinung kann man trefflich streiten, ich bin der Meinung, dass Pferde so artgerecht wie möglich gehalten werden sollten, da spielt aber auch das Individuum Pferd eine große Rolle (und die äußeren Umstände).

“Never let your horse run! Never. Always calm (but not sleepy).”

Ein weiterer Schwerpunkt des Buches ist die Ausbildung des Pferdes am Boden. Der Autor erklärt, warum das Übertreten wichtig ist und was es dabei zu beachten gilt. Kreuzt das Pferd zu eilig die Beine, werden Lösungsansätze beschrieben. Traberreiter können viel aus dem Buch mitnehmen: Detailliert beschreibt Manuel, was passiert, wenn das Pferd “davoneilt”. Hier geht es um Balance, Anatomie und Instinkt. Aber auch den Seitengängen, dem Trab und dem Angaloppieren sind eigene Kapitel gewidmet.

Bilder und Zeichnungen machen deutlich, was dem Autor wichtig zu vermitteln ist. Auch der Knackpunkt “Vorwärts-Abwärts” erhält ein eigenes Kapitel: Manuel bemängelt, dass viele Reiter nur die Schablone Kopf-Hals-tief-Position vor Augen hätten, aber nicht das Wesentliche sehen: Ist das Pferd aktiv mit der Hinterhand? Steht das Pferd an den Hilfen und geht über den Rücken? Meist läuft das Pferd mit der Nase hinter der Senkrechten und läuft auf der Vorderhand. Ausdrücklich erwähnt der Autor, dass er nichts dagegen hat, das Pferd auch mal für kurze Sequenzen am langen Zügel pausieren zu lassen. Vorwärts-Abwärts ist in den Augen Manuels ein großes Missverständnis zu Lasten des Pferdes. Wichtig ist ihm, dass sich das Pferd im Gleichgewicht befindet, über den Rücken in Balance läuft.

Fazit Buch Vertikal 1: Ein interessantes Buch mit detaillierten Beschreibungen und einigen AHA-Effekten. Zu beziehen ist das Buch aus dem Kosmos-Verlag mit der ISBN 978-3440153512 über den Fachhandel oder online, z.B. HIER.

Ich freue mich auf eure Meinung. Schreibt mir gerne in die Kommentare! 

Übrigens: Auf der Anlage herrscht ein Foto- und Videoverbot, daher findet ihr keine Bilder zum Text. Absichtlich habe ich mich nicht als Presse vorgestellt, ich wollte einen unvoreingenommenen Eindruck gewinnen. Pressevertreter hätten vermutlich Bilder machen dürfen (nach Absprache).

Selbstverständlich deckt ein kurzer Besuch nur ein kleines Puzzleteil ab. Dieser Bericht erzählt meine subjektiven Eindrücke, nicht mehr, nicht weniger. Wie in jeder Reitweise, in jedem Stall, gibt es unzählige Meinungen und persönliche Erlebnisse, die sich nicht mit meiner Meinung decken. 

Meinen Nachtrag findet ihr in diesem Beitrag hier

Dieser Beitrag hat 11 Kommentare

  1. auf eine Beschreibung der OS hab ich gewartet. daß sie ausfällt, wie hier, hab im stillen vermutet. kennt man die redeweise im “fb” ein wenig, liegt das auch eher nahe.
    hat mich sehr gefreut, einen solchen bericht zu lesen.

    1. Kuchenerbse

      Lieber Hans-Peter, vielen Dank für deinen netten Kommentar. Ehrlicherweise bin ich mit Vorurteilen dorthin gefahren und war umso überraschter über das, was ich fand. Herzliche Grüße

  2. Margarete Piel

    Das ist ein sehr guter Bericht, sachlich und kompetent geschrieben. Danke!
    Welche positive Wirkung die vertikale Arbeitsweise hat, darf ich an meiner Stute beobachten. Nach einem Weideunfall vor 2 Jahren war sie unreitbar. Ich arbeite sie seit ca. 6 Monaten vertikal. Wir sind auf dem Weg zurück zur Reitbarkeit. Es dauert noch. Und wir bleiben dran!

    1. Kuchenerbse

      Liebe Margarete, vielen Dank für dein positives Feedback! Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg auf eurem Kurs und hoffe, dass du bald wieder unbeschwert reiten kannst! Alles Liebe für euch, Victoria

      1. Sabine Gruber

        Hallo und vielen Dank für den Bericht von vor Ort. Da u.a. Anja Beran und Marc de Broissia sowie Sonja Weber, die ich alle für ausgezeichnet halte, von Manuel Jorge de Oliveira gelernt haben, wurde ich auf ihn aufmerksam und habe jetzt alle 3 Bücher Vertikal 1-3. Nur mit Hilfe der mobilisierenden Übungen an der Hand wie sie Anja Beran, Manuel Jorge de Oliveira und Sonja Weber beschreiben und weiterer Übungen für ein besseres Gleichgewicht und weg von der überlasteten Vorhand sowie einiger osteopathischer Behandlungen habe ich eins meiner Pferde seit Ende 2019 von Schmerzen in den Schultern, nach innen gedrehte und nach vorne herausgestellte Vorderbeine befreien können. Utsachen der Schmerzen waren: von mir gut gemeint, aber ungesund für das Pferd, zu viel in Dehnungshaltung gearbeitet, zu wenig gymnastiziert, Bewegungsmangel durch nassen Paddock, den sie nicht mehr betreten wollten (ich baue dort diesen Herbst einen befestigten Laufweg). Die Ausbildung stelle ich um entsprechend der sehr guten und fachkundigen Informationen aus Vertikal 1-3, Anja Beran, Sonja Weber. Mein Pferd sieht inzwischen schon oft grösser und stolzer aus, es hat keine Schulterschmerzen mehr, die Beine stehen korrekt, das Gesicht ist viel entspannter, er kaut viel und ist wacher. Besonders interessant ist in Vertikal 3 die genaue Recherche, wie es zu Missverständnissen bezüglich der Dehnungshaltung kam. In der altpreussischen Pferdeausbildung war demnach zuvor auch noch die Ausbildung in Richtung (neues) Gleichgewicht, korrekte Versammlung und korrekte Aufrichtung üblich. Es lohnt sich unbedingt, sich mit dem Thema genauer zu beschäftigen und gut gemeinte Fehlentwicklungen zu korrigieren. So stolz und selbstbewusst, wie auf zahlreichen Fotos in Vertikal 1-3 die Pferde sind, möchte ich meine Pferde und Ponies auch ausbilden. Es ist ein grosser Wissensschatz aus der portugiesischen Reitkunst und weiteren Inhalten, den Manuel Jorge de Oliveira uns hier zugänglich gemacht hat. Danke dafür! Ich hoffe weiterhin, dass die Diskussion zum Wohle der Pferde und zur Erweiterung unseres Bildungshorizonts sachlich weitergeführt wird.

        1. Kuchenerbse

          Hallo Sabine, vielen Dank für deinen ausführlichen Einblick in euren Ausbildungsweg. Alles Gute für euch! LG

      2. Petra Mangold

        Ich lese schon seit Jahren die “Piaffe“ und war ziemlich überrascht, als man dort total und kompromisslos auf Manuel Oliveira umgeschwenkt war… einiges war mir suspekt und auch ein paar der Videos in fb gefielen mir nicht so, andere wieder ganz gut. Deshalb hat mich dieser Bericht sehr interessiert. Was ich nicht mag: jede andere Reitweise ist falsch und schädlich für die Pferde…, das finde ich extrem übertrieben.

        1. Kuchenerbse

          Hallo Petra, da gebe ich dir Recht. Was teilweise in den Büchern gelehrt wird und was propagiert wird, passt nicht zusammen. Alles andere zu verteufeln, ist glaube ich auch nicht im Sinne Oliveiras. Da hat sich die Verlagsinhaberin wohl etwas hineingesteigert, so kompromisslos und teilweise auch beleidigend in den sozialen Medien. Finde ich äußerst schade, denn das war nicht unser Bild vor Ort. LG

  3. Laura

    Ich liebe Manuel de Oliveiras reitweise! Die Art wie er mit den pferfen umgeht, wie er Sachen schnell erkennt und wie er mit einer Leichtigkeit und Leidenschaft reitet ist bezaubernd! Ich muss sagen als ich das erste mal in den Stables war hatte ich den gleichen Eindruck wie du! Es ist unglücklicher weise sehr schlecht vermarktet was sehr schade ist, da die reitweise den Pferden soooo gut tut!

  4. Lisa

    Vielen Dank für diesen Bericht! Beurteilung, wie ich sie selbst kaum anders getroffen hätte. Wird die vertikale Arbeit mit Wissen und Verstand ausgeführt, wird sie vielen Pferden helfen, das konnte ich schon selbst an einigen Beispielen erleben. Ich finde es des weiteren toll, dass ihr tatsächlich nach Waal gefahren seid, um euch einen Eindruck zu machen, Facebook ist meiner Meinung nach kein würdiger Vertreter der OS. Danke 🙂

  5. Dina

    Ein sehr guter Bericht!
    Ich persönlich habe die klassische Reitweise vor 3 Jahren unvoreingenommen kennengelernt durch meine Reitlehrerin.
    Aus persönlicher Erfahrung kann ich nur sagen, dass mein Traber (sehr sensibel und neigt dazu hektisch zu werden) trotz HRS und Spat wieder reitbar wurde! Die Lektionen machen ihr Spaß und sie ist motiviert dabei!
    Ich habe mir mittlerweile auch die Bücher zugelegt. 🙂
    Viele Grüße!

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