Vorstellung Start Up Royal Horsemen – mit Vollgas in die Nachhaltigkeitsnische

Vorstellung Start Up Royal Horsemen – mit Vollgas in die Nachhaltigkeitsnische

Nachhaltigkeit im Pferdesport ist immer noch eine Nische – umso schöner, wenn diese Nische langsam gefüllt wird. Das junge, familiengeführte Unternehmen “Royal Horsemen GmbH” ist so ein Unternehmen. Ein kleines Start Up, Mitte 2018 gegründet und seit 2019 mit eigenem Onlineshop ausgestattet.

Ich sage es offen: Ich bin ein Fan. Fan von der Nachhaltigkeitsidee im Pferdesport. Ich meine, mal ehrlich, fast alles ist doch mittlerweile aus billigem Plastik. Made in Irgendwo, ohne Kontrolle, Hauptsache der Reiter kann sich die neue Kollektion in kreischpink für 49,99 leisten – natürlich inklusive Schabbi-Schick-Schabracke.

Zurück zu Royal Horsemen: Eine Leserin hat mich darauf aufmerksam gemacht (Danke dafür!), ich habe die Firma direkt angeschrieben und zack, hat der liebe Robin mir Rede und Antwort gestanden. Und jetzt freut euch auf ein kurzes Interview zum Thema Nachhaltigkeit in Sachen Reithosen und Reitkleidung.

royal-horsemen-reithosen-erfahrung_nachhaltige-reithosen_fair-trade-reitmode

An welchem Stellenwert steht für dich die Transparenz in Sachen Herstellung und Produktion?

Robin: Für uns ist das Thema Transparenz bei der Herstellung und Produktion ein sehr wichtiges Thema. Wir können unsere nachhaltige Reitbekleidung nur dann guten Gewissens bewerben und verkaufen, wenn wir auch selber von unserer Arbeit zu 100% überzeugt sind.

Der gesamte Produktionsprozess soll nachhaltig sein – und die Mitarbeiter des Produzenten müssen unter fairen und sicheren Bedingungen arbeiten können. Als junges Start-Up Unternehmen haben wir noch einiges zu lernen, glücklicherweise steht uns eine erfahrene Ansprechpartnerin zur Seite. Wir kommen ursprünglich nicht aus der Textilbranche, deswegen ist alles ziemlich neu für uns.

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Bezieht ihr die Stoffe oder Leder aus nachhaltigen Betrieben?

Robin: Aktuell arbeiten wir nicht mit Leder, das ist künftig auch nicht vorgesehen. Unseren Lieferanten ist Nachhaltigkeit genauso wichtig wie uns. Auch die Transportwege halten wir kurz; der Rohstofflieferant ist immer in der Nähe der Produktion. Außerdem arbeiten wir mit gekämmter Bio-Baumwolle und recyceltem Polyester.

Eine 100-Prozent-Kontrolle gibt es nur im eigenen Betrieb

Wo lasst ihr die Reitbekleidung fertigen?

Robin: Wir lassen unsere Reitbekleidung aktuell in verschiedenen Ländern produzieren.

Im Moment produzieren wir in Europa und Asien, beispielsweise der Türkei, Indien oder China. Ab und zu fragen uns Kunden wie wir die Nachhaltigkeit bei den teils langen Transportwegen rechtfertigen können – und ob es nicht besser wäre, in Deutschland zu produzieren:

Ich sage – Transportkosten entstehen so oder so: Selbst wenn wir hier produzieren lassen würden, müssten viele Materialien erstmal zu uns transportiert werden.

Wie stellt ihr die Qualität und Arbeitskriterien der Produktionsbetriebe sicher?

Robin: Wir achten bei der Auswahl unserer Produzenten darauf, mit kleineren Familienbetrieben zusammenzuarbeiten, die entsprechend zertifiziert sind (FairTrade oder GOTS (Global Organic Textile Standard) Zertifikat). Die zu Beginn erwähnte Ansprechpartnerin ist selber regelmäßig vor Ort um die Arbeitsbedingungen zu überprüfen. Außerdem erhalten wir regelmäßig Videomaterial.

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Unwürdige Arbeitsbedingungen in der Modeindustrie sind ein häufiges Thema: Wie geht ihr damit um bzw. wie kontrolliert ihr diese?

Robin: Wie bereits erwähnt gehören regelmäßige Besuche vor Ort und Treffen mit den Produzenten zur Routine. Selbstverständlich helfen Zertifikate an dieser Stelle auch enorm weiter. Letztlich ist das ein Vertrauensthema. Die 100%-ige Kontrolle können wir nur in der eigenen Produktion haben. Wir vertrauen unseren Lieferanten.

Andere Länder, andere Sitten

Ist „fair trade“ ein Thema für euch?

Robin: Auf jeden Fall! Viele Menschen verstehen unter Nachhaltigkeit nur die verwendeten Materialien oder Verpackungen. Nachhaltigkeit ist aber ein sehr großes und komplexes Thema. Der Punkt „Sozial“ gehört definitiv auch dazu.

Das bedeutet, dass die Menschen, die unsere Produkte herstellen, in einem sicheren Arbeitsumfeld und für eine faire Bezahlung arbeiten sollen. Ausreichende Pausen zwischen den Arbeitszeiten gehören da ebenfalls dazu. Wir erwähnen den Punkt Kinderarbeit eigentlich nicht gerne, da dieses Thema unserer Meinung nach nirgends geduldet werden sollte, aber auch hierauf verzichten wir. Das ist uns sehr wichtig.

Was gerne vergessen wird: In anderen Ländern herrschen ganz andere Mentalitäten und Sitten. Die Lebensumstände lassen sich nur sehr schwer oder gar nicht mit unseren Lebensumständen in Deutschland vergleichen.

Wir glauben an den Grundsatz: Man soll jeden Menschen so behandeln, wie man auch selbst behandelt werden möchte.

Unsere Preise liegen nicht höher als die von Wettbewerbern mit konventioneller Reitkleidung

Wenn ihr ökologisch korrekt produzieren wollt, was würde dann Reitbekleidung bei euch kosten?

Robin: Da wir nach unserem besten Wissen und Gewissen bereits ökologisch korrekt produzieren, können wir nur auf unsere aktuellen Verkaufspreise verweisen. Vielleicht fällt es ja auf, dass wir preislich nicht wirklich höher liegen als der Wettbewerb mit konventioneller Reitbekleidung.

Das liegt letztlich ganz einfach daran, dass wir es möglichst jedem ermöglichen wollen, qualitativ hochwertige nachhaltige Reitbekleidung zu normalen Preisen zu kaufen. Wir wollten unsere Gewinnspanne nicht ausreizen. Das Leben mit Pferden ist für uns eine Herzensangelegenheit. In unserer Familie sind wir alle selber pferdeverrückt.

Wie sichert ihr die Qualität der Rohstoffe (Bio-Baumwolle, recyceltes Polyester,…)?

Robin: Wir versuchen die Qualität durch ständige Tests und Kontrollen zu sichern. Die Rohstoffe werden in verschiedenen Prüfinstituten getestet und beansprucht. Auch hier müssen wir aufgrund unserer noch fehlenden Erfahrung in der Textilbranche auf unsere Geschäfts- und Ansprechpartner vertrauen.

Vielen Dank für das informative Interview!

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Fun Fact: Die Idee basiert unter anderem auf Socialmedia-Aktivitäten (Instagram & YouTube) durch die kleine Schwester  von „Marina und die Ponys“.

HIER geht es zum Unternehmen.

Wer noch mehr über das Thema Nachhaltigkeit oder Reithosen lesen möchte, klickt bitte einfach auf die Links. Wären die Reitleggins von Royal Horsemen was für euch? Wünscht ihr euch noch andere Produkte, die nachhaltig hergestellt werden? Erzählt mal!

Die Bilder wurden freundlicherweise durch Royal Horsemen bereitgestellt und unterliegen dem Urheberrecht. 

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