Naturheilmittel als sinnvolle Helfer am Pferd? Oder doch nur gelungenes Marketing? Welche Naturheilmittel helfen Pferden wirklich und was kann gefährlich werden? Heute gucken wir uns die Helfer aus der Natur mal näher an:
Erst einmal definieren wir Naturheilmittel: Denn nicht alles, was wir darunter verstehen, ist auch ein Naturheilmittel. Beispielsweise Kräuter: Pfefferminz, Kamille oder Fenchel kann uns bei Verdauungsbeschwerden helfen – das ist wissenschaftlich nachgewiesen. Naturheilmittel sind Stoffe aus der Natur, die therapeutisch eingesetzt werden können. Homöopathie zählt an dieser Stelle nicht dazu.
Naturheilmittel für Pferde – Übersicht
Pflanzen und Kräuter für Pferde
Arnika (Arnica montana): Gern eingesetzt bei stumpfen Verletzungen wie Prellungen oder Blutergüssen als Salbe
Augentrost (Euphrasia): Fester Bestandteil vieler Augentropfen, für trockene Augen geeignet. Bei Entzündungen oft nicht ausreichend, aber ergänzend zur Behandlung.
Pfefferminze, (Mentha piperita): Heilpflanze und beliebt bei Krämpfen und Blähungen. Soll auch den Appetit anregen. Pfefferminze macht sich auch besonders gut im Apfel-Mash.
Ringelblume (Calendula officinalis): Beruhigt gereizte Haut, wird gerne in Salben und Tees verabreicht. Ideal für Haut und Schleimhaut, wirkt entzündungshemmend.
Salbei (Salvia officinalis): Entzündungshemmende Wirkung, wird oft bei Husten, Atemwegsinfektionen oder Magen-Darm-Themen empfohlen.
Weidenrinde (Salicis cortex) für Pferde: Weiderinde wirkt ähnlich wie Aspirin, ist aber magenschonender, senkt Fieber und hemmt Entzündungen.
Samen und Öle für Pferde
Leinsamen und Leinöl: Omega-3-Fettsäuren sind gut für den Stoffwechsel und hilft bei Haut- und Haarproblematiken. Gern gefüttert als Öl oder Leinschrot. Leinsamen nur abgekocht bzw. eingeweicht und aufgequollen füttern und auch nur in Maßen (Empfehlung nach Körpergewicht).
Schwarzkümmelöl bei Pferden: Schwarzkümmel stärkt das Immunsystem und wirkt antientzündlich. Auch Pferde mit Sommerekzem profitieren von Schwarzkümmelöl. Achte unbedingt auf die empfohlene Dosierung.
Flohsamen für Pferde: Kurweise verabreicht können Flohsamen helfen, Sandablagerungen aus Magen bzw. Darm zu entfernen. Unbedingt an Fütterempfehlungen halten!
Hinweis zu Ölen für Pferde:
Hochwertige Pflanzenöle sind eine tolle Sache, wenn man sie gezielt anwendet. Ein Zuviel ist aber hier ein Risiko und artet in Verdauungsbeschwerden aus. Von Ölen profitieren vor allem Sportpferde im Hochleistungsbereich und Pferde, die dringend zunehmen müssen. Auch ranzige oder billige Öle können schnell ins Gegenteil verkehren und fördern Entzündungen. Mehr zu Risiken zur Ölfütterung.
Sonstige Naturheilmittel für Pferde
Lebertran für Pferde: Hautpflege, Vitaminschub und gesunde Fettsäuren – Lebertran ist ein Tausendsassa und ein All-in-one-Produkt für den Allgemeinzustand für Pferde. Achtung: Große Qualitätsunterschiede beim Kauf!
Propolis für Pferde: Propolis hat entzündungshemmende Eigenschaften und wird gern in Salben oder als Tropfen verabreicht. Auch Hufe profitieren von einer Mischung aus Bienenwachs und Propolis, vor allem bei Anfängen von Strahlfäule.
Heilerde für Pferde: Heilerde eignet sich wunderbar für essig-saure Umschläge am Pferdebein, um Schwellungen zu lindern und zu kühlen. Manchmal macht es auch Sinn, Heilerde in geringen Dosen zu verfüttern. Aber Achtung: Heilerde bindet auch die guten Wirkstoffe aus Medikamenten oder Vitaminzugaben!
Was sind… Naturheilverfahren?
Naturheilverfahren sind keine Stoffe, sondern bestimmte Anwendungen. Uns allen bekannt dürfte die Traditionelle Chinesische Medizin, kurz TCM, sein, oder Ayurveda. Auch Akupunktur, Osteopathie oder Kinesiologie fallen darunter. Ebenfalls beliebt und wirksam sind die Hydrotherapie (z.B. nach Kneipp) oder Thermotherapie (Wärme- und Kälteanwendungen). Auch die Blutegeltherapie ist eine angesehene Therapieform. Letztere habe ich bei meiner Traberstute sehr häufig an den verletzten Beinen anwenden lassen. Das sollte bitte nur jemand durchführen, der sich damit gut auskennt (Weiterbildung).
Natürlich gibt es noch viele weitere Kräuter und Pflanzen, die bei Krankheiten oder Gebrechen unterstützen können. Ich habe hier eine sinnvolle Auswahl getroffen. Vielleicht hast du noch Erfahrungen mit anderen Naturheilmitteln gemacht und möchtest deine Erfahrungen teilen? Ich freue mich über Kommentare zum Thema!
Weitere Pflanzen und Kräuter für Pferde in der Kurzübersicht
Teufelskralle für Pferde: Die Wurzel dieser Pflanze wird häufig bei Problemen mit dem Bewegungsapparat eingesetzt. Sie wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd, insbesondere bei chronischen Gelenkerkrankungen wie Arthrose. Sie sollte nicht an tragende Stuten oder Pferde mit Magengeschüren verfüttert werden.
Mariendistel für Pferde: Die Samen der Mariendistel enthalten Silymarin. Dieser Wirkstoff schützt die Leberzellen vor Giften und unterstützt die Regeneration des Lebergewebes. Sie wird oft zur Entgiftung nach Medikamentengaben oder bei schlechten Leberwerten genutzt.
Brennnessel für Pferde: Diese Pflanze wirkt stoffwechselfördernd und harntreibend. Sie enthält viel Eisen und Vitamin C. Sie wird zur Unterstützung der Nierenfunktion, bei Hautproblemen oder zur allgemeinen Vitalisierung im Fellwechsel eingesetzt.
Spitzwegerich für Pferde: Aufgrund seiner Schleimstoffe und antibakteriellen Eigenschaften wird Spitzwegerich bei Atemwegserkrankungen verwendet. Er hilft dabei, festsitzenden Schleim zu lösen und die Bronchien zu beruhigen. Hilft übrigens auch bei Insektenstichen bei uns selbst!
Hagebutte für Pferde: Die Früchte der Wildrose sind extrem reich an Vitamin C und enthalten Galaktolipide. Sie stärken das Immunsystem und wirken sich positiv auf die Gelenkknorpel und die Hufqualität aus. Zudem fördern sie die Durchblutung der Hufe. Schöne Alternative für Leckerlis!
Schafgarbe für Pferde: Diese Pflanze enthält Bitterstoffe und ätherische Öle. Sie wird bei Verdauungsproblemen, Appetitlosigkeit oder leichten krampfartigen Beschwerden im Magen-Darm-Trakt eingesetzt. Zudem wirkt sie leicht entzündungshemmend.
Weißdorn für Pferde: Blätter und Blüten des Weißdorns unterstützen die Herzfunktion und den Kreislauf. Besonders bei älteren Pferden oder bei Wetterfühligkeit hilft die Pflanze, die Durchblutung des Herzmuskels zu verbessern und den Kreislauf zu stabilisieren.
Kamille für Pferde: Die Blüten wirken krampflösend, beruhigend und entzündungshemmend. Sie wird sowohl innerlich bei Magen-Darm-Reizungen als auch äußerlich zur Reinigung von Wunden oder bei Hautirritationen verwendet.
Löwenzahn für Pferde: Die gesamte Pflanze inklusive Wurzel wirkt appetitanregend und fördert den Gallenfluss sowie die Nierentätigkeit. Er unterstützt den gesamten Stoffwechsel und hilft bei der Ausleitung von Schlackenstoffen.
Fenchel, Anis und Kümmel für Pferde: Diese drei Samen werden meist kombiniert angewendet. Sie wirken stark entblähend und krampflösend im Darmbereich. Sie sind die Standardmittel bei Neigung zu Blähungen oder leichten Gaskoliken.
Hinweis zur Transparenz: Titelbild mit KI generiert.

