Oh Tannenbaum, Gift am Christbaum?

Weihnachten! Geschenke! Christbaum!

Und nach Weihnachten? Da schnappen sich viele ReiterInnen den Tannenbaum und geben den Pferden die spitzen Zweige zum Knabbern. Aber darf das Pferd den Tannenbaum fressen? Oder ist er giftig? 

Vorab: Bäume mit Kerzenwachs oder  Lamettaresten gehören entsorgt und nicht zum Pferd. Plastikreste im Magen sind wirklich nicht gesund und die Tierkliniken haben über die Feiertage genug zu tun.

Nadelbäume sind aber generell nicht geeignet zum Knabbern. Warum? 

Weisstanne und Fichte wirken nur gering giftig: Der Verzehr in großen Mengen kann zu Reizungen der Mund- und Magenschleimhaut führen. Aber auch Schäden an Leber und Niere, Koliken oder Atemwegserkrankungen sind u.U. eine Folge der Fütterung von Nadelhölzern.

AH! Tragende Stuten können durch Inhaltsstoffe wie Tannine eine Fehlgeburt erleiden!

Blautanne und Kiefern sind ebenfalls gering giftig. Blautannen mögen Pferde meist so oder so nicht gern und meiden sie.

Tannenbäume giftig Pferd

AH! Nadelhölzer enthalten ätherische Öle, die reizen die Magenschleimhaut! Die spitzen Nadeln können außerdem zu Verletzungen im Maul und Schlund führen.

Aber Pferde wollen knabbern! Haben sie nicht permanent Heu zur Verfügung, sind Äste eine tolle Abwechslung! Gerade im Winter, wo es ruhiger ist, freuen sich eure Pferde über erweiterte Futterangebote.

Also, Astschere gezückt und los: Empfehlenswerte Knabber-Bäume für Pferde sind*:

  • Apfelbaum
  • Zwetschgenbaum
  • Birnbaum
  • Pappel
  • Birke
  • Weide
  • Ulme
  • Flieder
  • Haselnuss
  • Kirschbaum

In ganz kleinen Mengen spricht nichts gegen die Fütterung von Tannenzweigen, denn die „natürliche Aromatherapie“ schmeckt den Pferden, bringt Spaß und die Schneidezähne werden auch noch gepflegt beim Tannen-Knabbern. Billig-Tannenbäume aus Sibirien oder anderen Niedriglohn-Plantagen sind meist gespritzt und chemisch behandelt. Bitte füttert solche Bäume nicht an eure Pferde. Holt euch den Baum eines regionalen Anbieters mit Zertifikat. 

Trotzdem: Bedenkt immer, ob die Nadelhölzer wirklich sein müssen; denn das Gift ist, wenn auch gering, vorhanden.

Aber Vorsicht! Nicht nur Nadelhölzer sind giftig, sondern auch Laubbäume. Ja, die Buche hat auch mich überrascht. Weitere giftige Bäume für Pferde sind*

  • Buche
  • Eiche
  • Eibe (Nadelholz, tödlich)
  • Ahorn
  • Walnuss
  • Kastanie
  • Akazie
  • Buchs
  • Efeu
  • Thuja
  • Robinie
  • Oleander

Unser Stallbetreiber holte jedes Weihnachten Tannenbäume für die Pferde  aus dem Wald: Interessanterweise nagten die meisten Pferde am ganzen Baum nur eine zeitlang, bevor sie sich wieder dem Heu widmeten. Als hätten sie noch einen natürlichen „Fressstopp“ einprogrammiert (verlassen dürft ihr euch nicht drauf!). Heute würde ich vielleicht noch zweigweise Fichte verfüttern oder ganz verzichten, damals hatte ich mir nicht viele Gedanken darüber gemacht. Für mehr Knabberspass besorgt euch lieber einen Stamm oder dicke Obstbaumäste.

*Die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Der Leser muss im Interesse seines Tieres handeln und bei Unsicherheit einen Fachmann zu Rate ziehen. Der Autor kann für Irrtümer nicht haftbar gemacht werden.

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