Alpenüberquerung zu Pferd

Das heutige Thema ist kein explizites Traber-Thema, dennoch wahnsinnig spannend – und vielleicht wagt ja jemand von euch dieses Abenteuer demnächst mit seinem Traber?

Pia und Tanja überquerten im Sommer hoch zu Ross die Alpen; der TRABERBLOG war neugierig und hat den beiden ein Loch in den Bauch gefragt:

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Dusty, Pia, Nano & Tanja 

Steckbrief

WER: Tanja, 26, mit Haflinger Nano, 10 Jahre & Pia, 24, mit Appaloosa-Mix Dusty, 10 Jahre

WOHIN: Alpenüberquerung von Ennetmoos nach AllAcqua vom 05.08.2017 bis 11.08.2017 mit Longrider Peter van der Gugten

TRABERBLOG: Hallo Pia, hallo Tanja, diesen Sommer war Abenteuer angesagt: Ihr habt die Alpen überquert. Wie und wann seid ihr auf diese Idee gekommen?

Pia: Eigentlich wollte ich nur mal mit Dusty in die Berge fahren. Ich habe mir im Internet verschiedene Ziele angesehen. Letztendlich wurde aus der Idee vom „Erholungsurlaub“ die Alpenüberquerung. Im Herbst 2015 kam dann Tanja zu uns in den Stall. Sie war das einzige Huhn, das so verrückt war mitzukommen.

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TRABERBLOG: Eine Alpenüberquerung macht man ja nicht von jetzt auf gleich. Welche Anforderungen musstet ihr hierfür mitbringen? 

Pia & Tanja: 2 Paar trainierte Füße, 4 Paar trainierte Hufe, passende Ausrüstung, eine maßgeschneiderte Mitreiterin, ganz viel Zeit und noch viel mehr Spaß!

TRABERBLOG: Wann habt ihr angefangen, euch explizit auf die Tour vorzubereiten? Und wie habt ihr trainiert?


Pia & Tanja: Im Februar haben wir mit dem Training begonnen. Zuerst mit normalen Ausritten, später mit Tagesritten und zwischendrin kürzere Wanderritte. (4 Tage mit bis zu 55 km am Tag)

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TRABERBLOG: Beschreibt in kurzen Stichpunkten eure Route:

Pia & Tanja: Der Weg führte uns auf der Via – Sbrinz – Route zu folgenden Zielen:

Ennetmoos – Engelberg

Engelberg – Engstlenalp

Engstlenalp – Guttannen

Guttannen – Oberwald

Oberwald – Oberwald (Ausreittag)

Oberwald – Riale

Riale – AllAcqua

TRABERBLOG: Ihr seid mit einer Gruppe unterwegs gewesen. Was für Pferde waren noch dabei? Haben alle den Ritt gut verkraftet?

Pia & Tanja: Die Gruppe war bunt gemischt. Vom Isländer über Haflinger bis zum Trakehner war alles dabei. Im Großen und Ganzen haben alle Pferde den Ritt gut überstanden. Natürlich gab es auch ein paar kleinere und größere Blessuren. Ebenso wie bei den Reitern.

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TRABERBLOG: Was war euer persönliches Ziel und habt ihr es mit diesem Ritt erreicht?

Pia & Tanja: Unser größtes Ziel war es die Tour zu viert zu Ende zu bringen. Das haben wir nicht nur geschafft, auch die Bindung zu unseren Pferden und unsere Freundschaft ist viel enger geworden.

TRABERBLOG: Welches war euer schönstes und/oder schlimmstes Erlebnis auf der Tour?

Pia & Tanja: Am lustigsten waren die Weihnachtsgesänge mitten im August im Schneesturm. Das schlimmste war ein Sturz von Dusty und der tagelange Dauerregen. Und am allerschönsten war der Punkt als uns bewusst wurde, dass wir es tatsächlich gemeinsam geschafft haben!  

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TRABERBLOG: Wer diese Tour nachreiten möchte, an wen kann er sich denn wenden? Und habt ihr einen heißen Tipp für alle Alpenüberquerer?

Pia & Tanja: Wer die Tour reiten möchte, der wendet sich am besten direkt an die Rittführer Peter van der Gugten oder Tina Boche.

Die wichtigsten Tipps von uns: Die passende Begleitung ist Gold wert! Vor allem während der langen Vorbereitungszeit! Regenausrüstung am besten vorab unter einem Gartenschlauch testen und Baumwollzügel sollten definitiv zuhause bleiben.  

TRABERBLOG: Welchen Ausrüstungsgegenstand habt ihr schmerzlich vermisst bzw. ohne diesen würdet ihr so eine Tour nicht überstehen? 

Pia & Tanja: Tja! Unglücklicherweise ist unser komplettes Putzzeug inklusive aller Ersatzsachen in der Spedition hängen geblieben. Insofern haben wir ziemlich viele Dinge sehr vermisst.

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TRABERBLOG: Wie sah es mit eurer Fitness aus? Musstet ihr separat trainieren?

Pia & Tanja: Nein! Wir sind von Anfang an mindestens die Hälfte der Strecke mit den Ponys gelaufen. Die beiden haben uns ordentlich trainiert. Da war kein weiteres Training mehr nötig…

TRABERBLOG: Nach der Alpenüberquerung ist vor der…?

Pia & Tanja: … Seepferdchenprüfung. 2018 wollen wir den hohen Norden unsicher machen.

TRABERBLOG: Steht bald wieder eine Tour an?

Pia & Tanja: Nachdem wir mittlerweile sämtliche Kirchen & Kapellen in allen umliegenden Landkreisen abgeklappert haben, wollen wir uns nun am Geocaching versuchen und „Mystische Orte“ erforschen.

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TRABERBLOG: Was war eure größte Herausforderung bei diesem Ritt?

Pia & Tanja: Oh! Da gab es ganz viele! Kuhherden, Insekten, Grenzübertritte, Hängebrücken, unsere Koppelausbrecherkönige, die fehlende Ausrüstung, Seilbahnen, Geldwechselprobleme… Die größte Herausforderung war allerdings der tagelange Dauerregen.

VIELEN DANK FÜR DAS GESPRÄCH.

Na? Wer hat nun Lust auf ein Abenteuer? Würdet ihr das gerne ausprobieren oder reichen euch die heimischen Wälder und Wiesen? Ich wäre sofort dabei!


Weitere Informationen findet ihr hier:

Mehr Informationen zu diesem Ritt  (inkl. Tourenbeschreibung, Höhenmeter & Streckenkilometer)

Mehr Informationen zu Extrem Trail und Alpenüberquerung (Organisator)


Alle Bilder wurden freundlicherweise von Pia und Tanja zur Verfügung gestellt. Eine weitere Verbreitung ohne Erlaubnis ist nicht gestattet und wird entsprechend geahndet (siehe auch Urheberrechte/ Impressum)

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4 Gedanken zu “Alpenüberquerung zu Pferd

  1. OH MEIN GOTT DAS IST DER HAMMER! Träume seit Jahren von einem Monatlangen Ritt! Wohl würde es mich in wärmere Gefilde treiben 😛 Muss ein unglaubliches Erlebnis sein! Vielen Dank für dieses tolle Interview!

    Lieben Gruß,
    Franzi

    Gefällt 1 Person

      1. Hab leider (NOCH!) kein Eigenes 😛 Wollte super gerne im südlichen Afrika reiten am liebsten in Verbindung mit Safaris. Seitdem mir meine südafrikanische Gastmama erzählt hat dass es jährliche Ritte gibt um Wildpferde von Namibia nach Südafrika zu treiben bin ich von der Idee fasziniert!

        Gefällt 1 Person

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