Der Traber fragt nach: Amateurtrainer für Traber

Spannende Leute bedeuten auch spannenden Lesestoff für die TRABERBLOG-Leser. Heute geht es ums Trabrennen; Amateurtrainer Christopher Winter plaudert aus dem Nähkästchen.

Ihr habt eine spannende Story rund um den TRABER auf Lager? Oder kennt jemanden, mit dem ich unbedingt sprechen muss? Schreibt mir über Facebook oder über traberblog(at)Gmail.com

TRABERBLOG: Hallo Chris, wie bist du auf den Traber gekommen?

Chris: Das ist eigentlich schon eine etwas verrückte Geschichte: Mein ehemaliger Nachbar besitzt einige Rennpferde und nahm mich vor knapp acht Jahren mit auf die Trabrennbahn Bahrenfeld. Meine Euphorie hielt sich in Grenzen – mit Pferden konnte ich bis dato nicht sonderlich viel anfangen.

TRABERBLOG: Dann hat es Zoom gemacht?

Chris: Für mich war es eher „Hey, ich gehe mit meinem Nachbarn ein Bier trinken und nebenbei rennen Pferde im Kreis“. Doch er war so begeistert, seine Faszination und Liebe zum Trabrennsport färbten binnen weniger Stunden auf mich ab. So wurde ich neugierig. Im Netz verfolgte ich anschließend einige Trabrennen, so ganz ließ mich der Sport nicht mehr los. Ich habe mich dann ein paar Tage später quasi selbst eingeladen, um mir den Trainingsbetrieb mal anzuschauen.

Naja und rund sechs Wochen später war ich stolzer Besitzer eines Trabrennpferdes.

Nicht nur im Sulky, auch im Sattel: Traberfan Chris Winter

TRABERBLOG: Wie die Jungfrau zum Kinde. Wolltest du gleich selber Rennen fahren?

Chris: Mit dem eigenen Pferd wurde das Interesse am Trabrennsport immer größer. Ich lernte die Ausrüstung kennen und hatte kurze Zeit später meine erste Fahrstunde.

"Ich war so überwältigt, der Geschwindigkeitsrausch hatte mich in seinen Bann gezogen!"

 

Dann stand der erste Start von meinem Pferd bevor. Ich war ziemlich aufgeregt an diesem Tag, meine Leute haben mich sogar „aus dem Stall geworfen“, damit ich das Pferd nicht verrückt mache!

Das Rennen haben wir – trotz der Aufregung – als stolze Fünfte beendet.

"Ich hätte mich selbst über den letzten Platz nicht weniger gefreut!"

 

TRABERBLOG: Kommen wir zum Kern der Sache. Du bist Amateurtrainer. Was ist das genau?

Chris: Als Amateurtrainer habe ich die gleichen Pflichten wie ein Berufstrainer: Ich muss für die artgerechte Haltung der Pferde sorgen, mich an die ganze Trabrennordnung halten. Unangemeldete Trainingskontrollen/ Dopingkontrollen, die unangekündigt vom HVT vorgenommen werden treffen mich ebenso wie Berufstrainer.
Der einzige – aber dann auch der entscheidende – Unterschied ist: Ich darf nur Pferde trainieren, die in meinem alleinigen Besitz oder im Familienbesitz sind. Das heißt, ich darf keine fremden Traber trainieren. 

Der HVT ist durch eine Trainingsliste darüber informiert, welche Pferde zur Zeit bei mir im Training sind. 

TRABERBLOG: Kann jeder Amateurtrainer werden?

Chris: Ja – jeder der Lust hat und motiviert ist, kann das machen. Auf der Seite des Hauptverbandes für Traberzucht (kurz: HVT) können sich Interessierte erkundigen, wann und wo die nächsten Amateurtrainer- und auch Amateurfahrer-Lehrgänge stattfinden.

TRABERBLOG: Warum hast du dich für die Amateurtrainerlizenz entschieden? 

Chris: Der eigentliche Grund für diese Entscheidung war der finanzielle Aspekt: 
Einen Traber ins Training zu geben kann schnell Kosten von 1000€ und mehr im Monat verursachen. Boxenmiete, Trainingsgeld, Startgelder, Transportgelder und natürlich die fixen Kosten wie Tierarzt und Hufschmied.

TRABERBLOG: Woher wusstest du, was du zu tun hast? 

Chris: Auf dem zweitägigen Vorbereitungslehrgang lernt wohl jeder noch richtig was dazu. Mir ging es so; da ging es um Futterrationen: Wie berechne ich die korrekte Menge? Dann um Stall und Haltung. Tierschutz war auch ein großes Thema. Natürlich auch die Trabrennordnung, oder Trainingskontrollen und Medikamentenbuch richtig führen. 
TRABERBLOG: Gibt es einen Lieblingstraber?

Chris: Da gibt es sicherlich mehrere. Aber aus Hamburger Sicht muss ich den Publikumsliebling ,,Banks,, hervorheben:

Im Bild-Pokal 2014 in Hamburg hat er in einer Rekordzeit auf deutschem Boden in 1:09,9 Min. gewonnen und ist bis heute der einzige Traber, der auf deutschem Boden die 1:10,0 unterboten hat.

TRABERBLOG: Chris, vielen Dank für das Gespräch. 

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