Der Traber sucht Gesellschaft – Die Reitbeteiligung 3

Im dritten und letzten Teil der Reitbeteiligungs-Serie nimmt der Traber die Pferdebesitzer in die Pflicht. Denn auch Reitbeteiligungen haben Rechte.

Dass Schmusi-Busi von jemand anderem geritten wird, der dafür auch noch löhnt, ist kein Grund, diejenigen wie Leibeigene zu behandeln.

Pferdebesitzer stehen auch hier in der Verantwortung:

  • Das Pferd sowie die reitenden Personen sind entsprechend versichert (Unfall, Haftpflicht usw.)
  • Ausrüstungsgegenstände sollen passend, gepflegt und ohne Sicherheitsmängel sein
  • Der Pferdebesitzer teilt Krankheit des Pferdes oder sonstige Veränderung der Reitbeteiligung unverzüglich mit
  • Absprachen müssen auch von Besitzerseite eingehalten werden
  • Die Versicherung ist über die Reitbeteiligung informiert bzw. diese wurde angemeldet
  • Ein Reitbeteiligungsvertrag verhilft beiden Seiten zu ihrem Recht und beugt Missverständnissen vor

Die allermeisten Pferdebesitzer sind sehr froh, wenn sie ihren Liebling in guter Obhut wissen. Trotz allem kommt es immer wieder zum Streitfall, zu Enttäuschungen. Da passen Erwartung und Realität nicht überein, die Selbsteinschätzung stimmt nicht oder die Sichtweisen der Pferdeerziehung liegen Lichtjahre auseinander.

Ganz ausschließen lassen sich solche Fälle nicht. Aber das Risiko kann minimiert werden.

Von seiten der Reitbeteiligung:

  • Ehrliche Selbsteinschätzung des reiterlichen Könnens / Erfahrung im Umgang mit Pferden
  • Ansprache von Unklarheiten oder vermeintlichen Ungerechtigkeiten
  • eigene Zielsetzung erkennen – passt das etwaige Reitbeteiligungspferd zu eigenen Plänen?
  • Zeitplanung: Schaffe ich die geforderten Wochentage, besteht die Möglichkeit einer flexiblen Gestaltung?
  • Finanzübersicht – auch eine Reitbeteiligung kostet Geld. Wird eine Beteiligung bei Krankheit oder Hufschmied verlangt? Vorsicht vor versteckten Kosten.

Ein Tipp, der mir sehr am Herzen liegt, gilt für beide Seiten: „Nein“ sagen können.

Oft sagen Menschen einfach „Ja“, obwohl sie lieber „nein“ sagen sollten und wollten. Ob aus Angst, Unsicherheit, vermeintlichem Eingeständnis von Schwäche – wer immer schnell mit einem „ja“ bei der Sache ist, ist eventuell schnell frustriert.

  1. „Könntest du ab sofort auf 5 Tage die Woche erhöhen?“
  2. „Eigentlich reitest ja nur noch du das Pferd, dann kannst du ja auch die Hufpflege finanziell mit übernehmen. Und die Sattelpflege.“
  3. „Jetzt geh doch mal ausreiten. Der war solange nicht mehr draußen, das tut ihm gut. Und die paar Bocksprünge sitzt du doch.“

Wer immer ja sagt, läuft Gefahr, sich ausnutzen zu lassen oder sich in Gefahr zu begeben. Wer noch nicht gelernt hat, mit einem „nein“ zu antworten, macht es einfach diplomatisch: 

  1. „Das muss ich prüfen, ab kommenden Monat bin ich im Job für zwei große Projekte eingespannt. Lass uns telefonieren.“
  2. „Das kommt jetzt etwas unerwartet, da muss ich drüber nachdenken.“
  3. „Ich möchte meinen Focus lieber auf die Dressurstunden legen.“

Natürlich wären deutliche Worte die bessere Wahl. Auf obige Forderungen fielen mir  beispielsweise sehr harsche Worte ein.

Aber nicht immer liegen die passenden Worte parat. So sind diplomatische Antworten immer noch besser, als aus Reflex oder Unsicherheit „ja“ zu Dingen zu sagen, auf die man eigentlich mit „nein“ antworten möchte.

 

Ein Reitbeteiligungsvertrag bietet Sicherheit für beide Seiten. Was muss in diesem Vertrag enthalten sein und wo finde ich einen?

  • Namen und Anschrift der betreffenden Personen
  • Informationen zum Pferd
  • Nennung der Versicherung (Unfall, Haftpflicht usw.)
  • Nutzungsrecht am Pferd
  • Do´s und Don´ts
  • Regelung bei Mitverschulden (wie verhält sich die Versicherung in diesem Fall)
  • Kosten
  • Dauer
  • Haftung
  • Rechte und Pflichten
  • Unterschrift / Erlaubnis der Eltern

Vertragsvorlagen gibt es zuhauf im www. Ob bei der FN, der Zeitschrift Cavallo oder der eigenen Versicherungen – vernünftige Vorlagen sind wie Sand am Meer verfügbar und auch kostenlos downloadbar.

Der Traberblog stellt noch folgende Checklisten zur Verfügung:

Checkliste aus Sicht der Pferdebesitzer (blanko):

checkliste-reitbeteiligung-blanko

Checkliste aus Sicht der Reitbeteiligung (teilweise vorausgefüllt):

Checkliste für Reitbeteiligungen

 

 

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