Der Traber sucht Gesellschaft: Die Reitbeteiligung 1

Jeder Traberbesitzer kennt das Dilemma: Zeitnot im Stall. Hektisch geht es nach dem Job noch ab zum Pferd, zwischendurch werden Kind, Partner oder Hund versorgt, nach zwei Bissen Käsebrot (ohne Butter, muss ja schnell gehen) ist das Pferd einigermaßen sauber – Sattellage, Trensenbereich, reicht schon – die Uhr tickt.

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Gar nicht so einfach: Eine gute Reitbeteiligung zu finden, ist heutzutage schwierig.

Reicht die Zeit noch für eine halbe Stunde auf dem Reitplatz? Oder doch nur spazieren? Oder das Pferdchen lieber ausgiebig schrubben, schmiergeln und striegeln, bis es glänzt wie ein Speckschwarte? Aber zuhause wartet der Abwasch…

Entlastung muss her, aber schnell – denn so ein Traber braucht Beschäftigung. Fürs Hirn, für den Körper. Nun haften – wie wir bereits HIER gelesen haben – dem Traber allerlei Vorurteile an. Nicht selten geht einem ein Juwel an Reitbeteiligung an ein schnödes (Verzeihung!) Warmblut verloren; der potenzielle Kandidat wusste nichts vom wunderbaren Esprit eines Trabers.

Wer wider Erwarten doch Interessenten zur Probe empfangen darf, erlebt so manche Überraschung:

Inseratsbeispiel

Verschmuster Traberwallach, 14, sucht verantwortungsbewusste Reitbeteiligung ab 18 Jahren. (…) keine Anfänger. (…) Stubsi ist kein Gewichtsträger (…)

Wer ausdrücklich keine Anfänger sucht, bekommt Besuch von 18-jährigen Mädels, die gerade fünfmal Ponyreiten waren und sich beim Probereiten hilflos am Sattel festklammern. Der Traber nimmt das noch als Ansporn und flitzt im Renntrab (Jucheee!) über den heimischen Platz. Währenddessen stolpert der Traberbesitzer hektisch winkend hinter den beiden her und ruft verzweifelt „Lenk ihn zu mir, lenk ihn zu mir“.

Natürlich, alles ein wenig überspitzt dargestellt, doch passieren die dollsten Dinge bei der Suche einer Reitbeteiligung.

Hier meine TOP 10 der „interessantesten“ Reitbeteiligungen (und „Vorstellungsgesprächen) – quasi das persönliche „Hop oder Top“ des Reitbeteiligungsroulettes. 

10. Anni* ritt eines Tages aus und kam ohne Trense wieder. An einer Weggabelung hatten sich Reiter und Pferd (un-) einvernehmlich im Galopp getrennt – sie links, Pferd rechts – und die Trense blieb irgendwo im Gelände auf der Strecke.

9. Chrissi* war blutiger Anfänger aber gewillt, sich um das wilde Traberstütchen zu kümmern. Quasi frisch von der Rennbahn. Das Schöne: Es hat geklappt. Mit viel Willen und Motivation trennten sich die Wege von Pferd und Reitbeteiligung erst mit einem Umzug.

8. Saskia* ging trotz Geländeverbots – das Pferd in der Umschulungsphase und der Reiter auf Anfängerniveau – alleine ins Gelände. Ratet, wer den Weg alleine nach Hause fand? Richtig, Saskia.

7. Auf der Suche nach erfahrenen Reitern über 18 für das Trabertier? Eine vielversprechende Kandidatin stellt sich telefonisch vor und kommt zum Probereiten. Mit den Eltern. Sie war 10. Ich hatte die Mutter am Apparat.

6. Thomas* übertraf alle Erwartungen. Er – nur er – sollte das Pferd in Abwesenheit reiten. Drei Wochen später, voller Wiedersehensfreude auf den Hof gefahren, schrittelt der Traber am Auto vorbei. In einem Pulk anderer Pferde und mit Blondine auf dem Rücken. Unsicherheit – war das am Ende gar nicht das eigene Pferd? Der Urlaub, die Sonne,… das Warten bringt Gewissheit: Gegen Bezahlung wurde das Pferd regelmäßig für Ausritte verliehen.

(…) Weiter geht es im zweiten Teil: Was bringt die ideale Traber-Reitbeteiligung mit? & die Top 5

*Namen geändert

 

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3 Gedanken zu “Der Traber sucht Gesellschaft: Die Reitbeteiligung 1

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