Die Langsamkeit des Seins

Eine Unsitte der heutigen Gesellschaft ist das Tempo. Höher, schneller, weiter. Ob im Arbeitsleben, Privat oder beim Hobby: Das Ergebnis MUSS schnell erreicht werden.

So auch im Pferdesport. Insbesondere Traber brauchen tatsächlich mehr Zeit für Ausbildung und Umschulung. Sollten sie eben noch im halsbrecherischen Tempo vor dem Sulky über die Rennbahn donnern, müssen sie jetzt langsam und gesittet durch Feld und Wald spazieren reiten oder gesetzt über den Reitplatz galoppieren.

Keine Frage, das ist durchaus möglich. Aber das braucht Zeit. Mehr Zeit, als vielen Reitern lieb ist.

Die Gründlichkeit, mit der Pferde früher ausgebildet wurden, sucht man heutzutage fast vergeblich. Immer öfter werden Pferd und Reiter im Schnellverfahren „ausgebildet“. Grundlagen fehlen zuhauf; ein losgelöstes Pferd, dass zufrieden mit Reiter im Takt läuft: Ein seltener Anblick.

Pferde, die mit verschiedenen Hilfszügeln verschnürt werden, damit die Nase unten bleibt, Reiter mit unruhigem Bein und Sporen an den Füssen, damit das Pferd „die Hilfen ordentlich annimmt“: Ich plädiere zu „Zurück zur Langsamkeit“. Dahin, wo Pferd und Reiter die Grundlagen noch ordentlich erlernen. Klar, es dauert länger, wo doch heutzutage alles schnell gehen muss. Doch am Ende hat man die Zeit gewonnen. Ein zuverlässiges, gesundes Pferd mit einem zufriedenen sicheren Reiter.

Lasst dem Pferd die Zeit – insbesondere den Trabern.

 

 

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