Dem Traber in die Futterkrippe geschaut: Heu

Eines kann der Traber nicht genug haben: Heu. Heu ist wohl das wichtigste Futtermittel für ein Pferd.

Längere Futterpausen können den Magen-Darm-Trakt schädigen, Mikroorganismen sterben ab. Ein Pferd, dass permanent Zugang zur Raufutterquelle hat, entwickelt seltener Magengeschwüre. Was kaum einer weiß: Sogar die Temperaturregelung hängt am Raufutterkonsum. Ein Pferd, welches nur eine ungenügende Menge an Heu erhält, hat Probleme mit der eigenen Thermoregulierung.

Heutzutage wird Heu oftmals nur zweimal täglich – morgens und abends – gefüttert. So bekommt das Tier zwar häufig eine große Portion Heu, doch der Krux dabei: Es wird nicht satt. Das Sättigungsgefühl von Pferden hängt mit der Anzahl der Kauschläge zusammen. Je öfter das Pferd kaut, desto eher wird es satt. Ein weiterer Nachteil der eindimensionalen Raufuttergabe: Das Pferd schlingt die Portion recht schnell runter, die Speichelproduktion bleibt auf der Strecke. Das wiederum führt zu Magenproblemen durch ein Zuviel an Magensäure.

Wo und wie füttere ich Heu?

Heunetze aller Coleur sind Trend. In diversen Maschenbreiten, Farben und Größen sind diese mittlerweile zu erwerben. Generell ist die Idee eines Heunetzes nicht verkehrt: Die Fresszeit wird verlängert, das Pferd zupft „Halm für Halm“, Schlingen wird vermieden. Für Allergiker können die Netze ganz praktisch im Bottich gewässert werden. Nachteilig bei der Verwendung der Heunetze sind unter anderem die Unfall- und Verletzungsgefahr (Hängenbleiben, Verwickeln) bei unsachgemäßer Anwendung sowie die nicht ergonomische Haltung beim Fressen. Die natürliche Fresshaltung eines Pferdes sieht man beim Grasen. Beim Zupfen aus dem Netz verrenkt sich das Pferd meist den Hals, um an die leckeren Halme zu kommen. Damit ein Pferd sein Heu nicht hastig herunterschlingt, kann dies mit Stroh vermischt werden. Das streckt die Portion und das Pferd sortiert meist aus.

Heusäcke durchlaufen ein ähnliches Prinzip wie Heunetze. Da der Sack von oben befüllt wird und nur eine kleine runde Öffnung  ohne Maschen hat, ist er auch recht schnell leergefressen. Für den Außenbereich sind die Kunststoffsäcke nur bedingt zu empfehlen.

Wer nicht vom Boden füttern möchte: Mittlerweile gibt es auch Bodenfutterkrippen für den Innen- und Außenbereich. Hier wird die ergonomisch korrekte Haltung gefördert.

Was viele ReiterInnen nicht wissen: Heu sollte nie sofort nach der Ernte verfüttert werden, sondern wegen der Restfeuchte mindestens sechs oder gar acht Wochen lagern.

Wer Heu analysieren lassen möchte (Qualität, Staub, Schimmel, Giftpflanzen etc.), kann dies bei der LUFA (Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt) anfragen.

Gut zu wissen: Pferdemägen sind auf permanente Nahrungszufuhr ausgelegt. In freier Wildbahn legen Pferde rund 40-50 km am Tag für die Nahrungszufuhr zurück. Der durchschnittliche Grundbedarf eines Pferdes liegt bei ca. 1,5 kg pro 100 kg Körpergewicht täglich (Winter, ohne Weide). Je nach Pferd und Leistungserbringung kann der Bedarf auch höher, oder, im Einzelfall, auch niedriger angesetzt werden.  Gutes Pferdeheu besteht aus wenig Eiweiß, viel Struktur und wird spät im Jahr geschnitten. Es sollte frei von Verunreinigungen und Schimmel sein. Ist der Zuckergehalt des Heus zu hoch, kann man durch Wässern einen Anteil von wasserlöslichen Kohlenhydraten senken. 

  • Lesetipp: Praxishandbuch Pferdefütterung (I. Bender)
  • Lesetipp: Pferdefütterung (Meyer)
  • Linktipp: VFD: Ratgeber Pferd & Heu
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