Dem Traber in die Futterkrippe geschaut

Kaum ein Thema ist so breit gefächert wie das der Pferdefütterung. Hier gibt es viele Meinungen, Wahrheiten und Empfehlungen, und oft sind dies subjektive Empfindungen. Hier soll es speziell um die Fütterung von Trabern während und nach dem Rennsport gehen. Eine Übersicht über die wichtigsten Futtermittel darf auch nicht fehlen. Schwerfuttrige Traber sind aber nun das Thema, mit dem der Traberblog beginnt:

Manche Pferde nehmen generell oder auch mit zunehmenden Alter nur noch schwer zu. Zunächst sollte der Traberbesitzer sicher stellen, dass nicht folgende Ursachen für Gewichtsabnahme /keine Gewichtszunahme der Grund sind*:

  • unbehandelte Zähne (Entzündungen, Schiefe, Abnutzung etc.)
  • ungenügende Ungezieferprophylaxe (Wurmkuren etc.)
  • sonstige Krankheiten (Blutbild, tierärztliche Untersuchung)
  • falsches, nicht dem Bedarf angepasstes Futter (abgenutzte Zähne im Alter)
  • Allergien
  • unangepasste Haltung und damit verbundener Stress
  • unzureichendes Futter (die verfütterte Menge ist allgemein zu niedrig)
  • unzureichender Zugang zu Futter (rangniedrig, zB. bei Herdenhaltung)
  • verdorbenes Futter
  • Trainingspensum über Kondition und Futtermenge
  • Mangel in der Ernährung (zB Eiweiß bei älteren Pferden)
  • Frage: Kann das Pferd das jeweilige Futter verwerten?
  • Frage: Fehlen „nur“ Muskeln oder ist das gesamte Tier zu dünn?

Generell muss als erstes ein Tierarzt konsultiert werden, um krankheitsbedingte Mängel oder Ursachen auszuschließen.

Der Traberbesitzer sollte den Zugang zum Raufutter überprüfen: Bekommt das Pferd genug Heu und Stroh? Oft erhalten Pferde in Pensionsställen nur 2 x täglich Heu, streng rationiert. Wer hier in der Lage ist, umzustellen, tut nicht nur dem Pferd, sondern auch dem Pferdemagen einen großen Gefallen. Ein Pferdemagen ist darauf ausgelegt, quasi rund um die Uhr etwas zu knabbern zu bekommen und produziert entsprechend Magensäure.  Mittlerweile leiden viele Pferde an Magenproblemen oder Magengeschwüren, resultierend aus Stress (Herde, Reiter, Umgebung usw.) und/ oder ungenügend Raufutter zur Verfügung. Heu 24 Std./Tag ist das Mittel der Wahl, um dem schwerfuttrigen Tier etwas mehr Speck auf den Rippen zu ermöglichen. Der Verwertung am zuträglichsten ist kurzstieliges qualitativ hochwertiges Heu.

Gut verwertbare Energie ohne viel Schnickschnack liefert Hafer. Hafer muss allerdings auch dem Energieausgleich angepasst werden und eignet sich letztlich nicht bei allen Pferden. Gerade ältere nierenkranke Tiere benötigen oft eiweißreduziertes Futter, da bieten sich Spezialmischungen – auch für Pferdesenioren – von verschiedenen Futtermittelherstellern an. Um ein schwerfuttriges Pferd eiweißarm zuzufüttern, eignet sich ein alter Bekannter der Pferdefütterung: Mais – in gebrochener Form oder aber als Flakes für die ältere Generation. Ansonsten gilt oft für die Pferdesenioren: Gerne mehr Eiweiß. Gras beispielsweise enthält mehr Eiweiß als Heu. Trotzdem sollte Heu auf dem täglichen Speiseplan stehen. Der Zugang zu Gras soll kontrolliert und gemäßigt erfolgen (Weidezeiten dynamisch verlängern).

Weitere Futtermittel, die bei Schwerfuttrigkeit gut anschlagen**:

  • Heucobs (eingeweicht)
  • Mash
  • hochwertiges Öl (u.a. Leinöl, Rapsöl) zum Futter
  • Malzbier (Achtung, der Magen!)
  • Gras
  • Melasse
  • Rübenschnitzel
  • Futter für Zuchtstuten (Eiweißgehalt)

Futter darf nie plötzlich umgestellt oder wahllos erhöht werden. Wenn die Futterzufuhr verändert wird, ist auf eine langsame, angepasste Umstellung zu achten. Ein Pferd kann nicht allein von „mehr Kraftfutter“ zunehmen. Das Raufutter ist die essentielle Basis. Gerade nervige Pferde mit viel Vollblutanteil sollten immer etwas zu knabbern haben. Es heißt nicht umsonst: „Du bist nicht du wenn du nichts im Magen hast.“

Pferde, die sich nach Krankheit erholen müssen, klammere ich hier bewusst aus. Diese erhalten meist einen strengen Diätplan von Seiten der Tierärzte.

 

*kein Anspruch auf Vollständigkeit
**Lose Aufzählung; jeweils vom Pferdebesitzer auf den Einzelfall abzustimmen, keine direkte Empfehlung vom Traberblog
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