Trainer – die Qual der Wahl?

Den richtigen Trainer für sich und sein Pferd zu finden, gestaltet sich oft nicht einfach. Mit den unterschiedlichen Reitweisen ist auch die Anzahl der Trainer gestiegen. Und unterrichten darf ja im Prinzip jeder, sofern zwei, drei Dinge beachtet werden. Gerade mit einem Traber von der Rennbahn ist man auf kompetente Hilfe angewiesen. Und wenn diese Hilfe Mitglied beim Berufsreiterverband ist, wähnt man sich auf der sicheren Seite.

Doch leider ist auch darauf kein Verlass. Zur Sensibilisierung möchte ich kurz einen Fall von besonderem Unvermögen schildern.

Ein Traberwallach ist in der Reitbahn auf A-Niveau geschult worden, die Reitbeteiligung hatte gutes E-Niveau erreicht, wollte reiterlich schneller weiterkommen und wechselte den Trainer. Dieser schaffte es tatsächlich, Traber und Reiterin innerhalb von zwei Monaten an den Anfang zurückzuwerfen. Das Pferd, vorher schön im Takt vorwärts-abwärts, rannte nunmehr kopflos durch die Bahn. Wer auf Korrektur wartete, hörte indes folgende Worte: „Priiiimaaaa, weiter so, sehr gut, fleissig vorwärts.“

Der Traberwallach rannte mit durchgedrückten Rücken Runde um Runde, die Oberhalslinie war nahezu verschwunden und die Reiterin klemmte ängstlich im Sattel. Es brauchte über ein halbes Jahr, um die zwei Monate wieder zu korrigieren.

Der Trainer unterrichtet immer noch. Er kommentiert das korrekte Reiten Anderer in vorwärts-abwärts-Haltung als Unfug, die korrekte Oberhalslinie als falsche Bemuskelung. Alle Pferde – Traber, Spanier, diverse Warmblüter – die dort im Unterricht laufen, erkennt man an absolut falscher Bemuskelung. Junge Pferde in der Ausbildung werden ausgesessen, trotz durchgedrücktem Rücken, erhobenen Kopf im Renntrab.

Selbst auf Nachfrage, was diese Art der Unterricht soll, kommen nur patzige, uneinsichtige Worte. Die Reitschüler sind voller Glaube an den Trainer, vertrauen ihm – er ist schließlich der Profi.

Weitere Details würden hier den Rahmen sprengen.

Deshalb: Augen auf bei der Trainerwahl! Die Mitgliedschaft eines Verbandes sagt (leider) oft nichts über die Qualität des Unterrichts aus. Schaut beim Unterricht zu, vereinbart eine Probestunde und achtet darauf, dass der Trainer auch auf die Bedürfnisse eures Pferdes eingeht.

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